Die Behandlung von Myasthenia gravis hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Während früher vor allem Acetylcholinesterase-Hemmer und Immunsuppressiva zum Einsatz kamen, stehen heute auch hochwirksame, gezielte Therapien zur Verfügung.
Acetylcholinesterase-Hemmer (z. B. Pyridostigmin)
Diese Medikamente erhöhen die Verfügbarkeit von Acetylcholin im synaptischen Spalt und verbessern die neuromuskuläre Übertragung. Sie sind die Basistherapie und lindern rasch die Symptome.
Immunsuppressiva und Kortikosteroide
Kortikosteroide wie Prednisolon sowie klassische Immunsuppressiva (Azathioprin, Mycophenolat-Mofetil) hemmen die Immunreaktion langfristig. Sie werden oft ergänzend zu anderen Therapien eingesetzt.
Moderne Biologika – die neue Ära der zielgerichteten Therapie
Vyvgart® (Efgartigimod alfa-fcab)
Vyvgart ist ein sogenannter FcRn-Inhibitor. Es reduziert gezielt die Menge der pathogenen Autoantikörper, die die Signalübertragung blockieren. Dies führt zu einer schnellen und nachhaltigen Verbesserung der Muskelschwäche. Vyvgart wird intravenös verabreicht und ist für Erwachsene mit generalisierter Myasthenia gravis und Anti-AChR-Antikörpern zugelassen.
Zilbrysq® (Rozanolixizumab)
Zilbrysq ist ein neuartiger, subkutan injizierbarer FcRn-Inhibitor. Es bietet eine praktische Alternative zur Infusionstherapie und verringert ebenfalls effektiv die schädlichen Autoantikörper. Die unkomplizierte Anwendung macht es für viele Patient:innen attraktiv.
Weitere Therapien für besondere Situationen
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Intravenöse Immunglobuline (IVIG)
Einsatz bei schweren Schüben oder Krisen, um schädliche Antikörper zu neutralisieren.
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Plasmapherese
Schnelle Entfernung von Autoantikörpern aus dem Blut, meist bei akuten Verschlechterungen.
Die Wahl der geeigneten Therapie wird immer individuell in enger Abstimmung mit dem behandelnden Neurologen getroffen. Vyvgart und Zilbrysq haben die Therapieoptionen dabei revolutioniert und bieten Patient:innen mit gMG neue Hoffnung auf bessere Kontrolle ihrer Symptome.